Österreichische Brennerei

Von der Alpe bis ins Glas

Geschichte & Herstellung

Dieser Alkohol ist nur für Personen ab 18 Jahren. Bitte trinken Sie verantwortungsbewusst.

Ein Schnaps mit Geschichte

Der Zirbenschnaps ist kein modischer Trend – er ist ein uraltes Kulturgut der österreichischen Alpenregionen. Bereits im 18. Jahrhundert beschrieben Tiroler Kräuterheilkundige die medizinischen Eigenschaften der Zirbe. Die Herstellung des Schnapses aus ihren Zapfen ist Handwerk, Geduld und Liebe zur Natur in einem.

Zirbelkiefer in den Alpen

Die Zirbe – Königin der Alpen

Die Zirbelkiefer (Pinus cembra) ist eine der widerstandsfähigsten Nadelbaumarten Europas. Sie gedeiht ausschließlich in den Hochalpen – in Österreich, der Schweiz und Norditalien – und ist an extreme Bedingungen angepasst: kurze Sommer, starke UV-Strahlung, felsige Böden und eisige Winter.

Die Zirbe wächst extrem langsam: Im ersten Jahrhundert legt sie kaum mehr als einen Meter Höhe zu. Ein ausgewachsener Baum kann 700 bis 1.000 Jahre alt werden. Diese Langlebigkeit gibt dem Holz seine besondere Dichte und den Zapfen ihre einzigartige aromatische Tiefe.

1.500–2.600 mWachstumshöhe
bis 1.000 J.Lebensdauer
Juni–JuliErntezeit
AT · CH · ITVerbreitung

Schritt für Schritt

Vom Zapfen zum Schnaps

01

Die Zirbelkiefer – Pinus cembra

Die Zirbe wächst langsam und zäh in den Hochalpen Österreichs zwischen 1.500 und 2.600 Metern Seehöhe. Sie ist einer der langlebigsten Alpenbäume – Exemplare mit über 700 Jahren sind keine Seltenheit. In Österreich findet man die schönsten Bestände in Tirol, der Steiermark und in Kärnten. Der Baum ist eng mit dem Tiroler Handwerk verbunden: aus seinem duftenden, rötlichen Holz werden Möbel, Schüsseln und die bekannten Herz-Reliefs geschnitzt.

02

Die Ernte – eine Frage des richtigen Moments

Die Ernte der Zirbelzapfen ist das kostbarste Handwerk im Produktionszyklus. Zwischen Mitte Juni und Mitte Juli sind die Zapfen noch jung, grün und voller ätherischer Öle, Harze und Terpene – genau in diesem kurzen Zeitfenster müssen sie von Hand gepflückt werden. Klettern in schwer zugänglichem Gelände auf über 1.500 Metern ist dabei die Norm. Reife Zapfen bringen kaum noch Aroma. Die grünen, faustgroßen Zapfen werden nach der Ernte gewogen und unverzüglich weiterverarbeitet.

03

Die Mazeration – Geduld ist der Schlüssel

Die frisch gepflückten Zapfen werden gevierteilt oder gehackt und in Obstbrand – klassischerweise Williamsbirnen- oder Pflaumenbrand – eingelegt. Dieser Mazerationsprozess dauert zwischen vier und acht Wochen, manchmal noch länger. Das Zirbenöl, die Harze und die charakteristischen Terpene lösen sich langsam ins Alkohol-Trägermedium. Die Flüssigkeit verwandelt sich dabei von klar zu einem tiefen, bernsteinfarbenen Goldton und entwickelt ihren unverwechselbaren Waldgeruch.

04

Das Destillat – der Geist der Berge

Nach der Mazeration wird das Gemisch destilliert oder schlicht gefiltert und – je nach Rezept des Herstellers – mit Zucker und Wasser auf Trinkstärke gebracht. Puristen bevorzugen die trockene Variante (Zirbenschnaps), andere mögen die süßere Likörfassung (Zirbenlikör). Der fertige Schnaps wird in dunklen Flaschen gelagert, um das Aroma zu schützen, und sollte idealerweise bei Zimmertemperatur oder leicht gekühlt genossen werden.

05

Die Reifung – Vollendung im Keller

Viele kleine Alpenbrenner lassen ihren Zirbenschnaps noch einige Monate in Holzfässern oder Steinkrügen reifen. Diese Lagerung rundet die harzig-herben Noten ab und gibt dem Schnaps eine samtige Tiefe. In Tirol und der Steiermark gibt es Familienbetriebe, die seit Generationen nach überlieferten Rezepturen arbeiten – manchmal mit eigenen geheimen Zugaben wie Alpenblüten oder Lärchenharz.

Ernte der Zirbelzapfen

Von Hand gepflückt, mit Seele destilliert

Regionale Hochburgen

Die wichtigsten Regionen für die Herstellung von Zirbenschnaps in Österreich

Tirol

Das Herzland des Zirbenschnaps. In den Ötztaler und Stubaier Alpen gedeihen besonders aromatische Zirbenbestände. Kleine Familienbrenner halten hier die Tradition seit Generationen lebendig.

Ötztal · Stubaital · Zillertal

Steiermark

Die Grüne Mark ist bekannt für ihre vielfältige Schnapstradition. Steirische Zirbenschnaps-Produzenten experimentieren gerne mit verschiedenen Trägerbränden und Lagerzeiten.

Schladming · Murau · Mariazell

Kärnten & Salzburg

Rund um den Tauernhauptkamm und in den Nockbergen finden sich weitere bedeutende Zirbengebiete. Die Produzenten hier schätzen besonders lange Mazerationszeiten.

Nockberge · Tauern · Lungau